Computerehe - Technische Dienste - Bundesanstalt für Arbeit

 

Die wirklich geniale Antwort des Technischen Dienstes:

 

Lieber User,

 

das ist ein sehr häufiger Beschwerdegrund bei den Usern. In den meisten Fällen liegt die Ursache aber bei einem grundlegenden Verständnisfehler. Viele User steigen von 'Freundin 7.0' auf 'Gattin 1.0' um, weil sie Zweiteres zur Gruppe der "Spiele & Anwendungen" zählen. 'Gattin 1.0' ist aber ein BETRIEBSSYSTEM und wurde entwickelt, um alle anderen Funktionen zu kontrollieren. Es ist fast unmöglich, von 'Gattin 1.0' wieder auf 'Freundin 7.0' zurückzugehen. Bei der Installation von 'Gattin 1.0' werden versteckte Dateien installiert, die ein Re-Load von 'Freundin 7.0' unmöglich machen.

 

Es ist nicht möglich, diese versteckten Dateien zu deinstallieren, zu löschen, zu verschieben oder zu vernichten. Einige User probierten die Installation von 'Freundin 8.0' oder 'Gattin 2.0' gekoppelt mit 'Scheidung 1.0', aber am Ende hatten sie mehr Probleme als vorher. Lesen Sie dazu in Ihrer Gebrauchsanweisung die Kapitel "Warnungen". Alimentezahlungen - fortlaufende Wartungskosten von Kindern ab Version 1.0".

 

Ich empfehle Ihnen daher, bei 'Gattin 1.0' zu bleiben und das Beste daraus zu machen. Ich habe selber 'Gattin 1.0' vor Jahren installiert und halte mich strikt an die Gebrauchsanweisung, vor allem in Bezug auf das Kapitel "Gesellschaftsfehler". Sie sollten die Verantwortung für alle Fehler und Probleme übernehmen, unabhängig davon, ob Sie Schuld sind oder nicht.

 

Die beste Lösung ist das häufige Ausführen des Befehls: C:UM_ENTSCHULDIGUNG_BITTEN.exe. Vermeiden Sie den Gebrauch der "ESC" Taste, da Sie öfter UM_ENTSCHULDIGUNG_BITTEN einschalten müssten, damit 'Gattin 1.0' wieder normal funktioniert.

 

Das System funktioniert solange einwandfrei, wie Sie für die "Gesellschaftsfehler" uneingeschränkt haften. Alles in allem ist 'Gattin 1.0' ein sehr interessantes Programm - trotz der unverhältnismäßig hohen Betriebskosten. Bedenken Sie auch die Möglichkeit, zusätzliche Software zu installieren, um die Leistungsfähigkeit von 'Gattin 1.0' zu steigern.

 

Ich empfehle Ihnen: 'Praline 2.1' und 'Blume 5.0' in Deutsch. Viel Glück!

 

Ihr Technischer Support

 

PS: Installieren Sie niemals ’Sekretärin_Minirock 3.3 exe’! Dieses Programm verträgt sich nicht mit Gattin 1.0 und könnte einen nicht wieder gut zu machenden Schaden im Betriebssystem verursachen.

 

 

Softwareanfrage:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

voriges Jahr bin ich von der Version 'Freundin 7.0' auf 'Gattin 1.0' umgestiegen. Ich habe festgestellt, dass das Programm einen unerwarteten Sohn-Prozess gestartet hat und sehr viel Platz und wichtige Ressourcen belegt. In der Produktanweisung wird ein solches Phänomen nicht erwähnt. Außerdem installiert sich 'Gattin 1.0' in allen anderen Programmen von selbst und startet in allen Systemen automatisch, wodurch alle Aktivitäten der übrigen Systeme gestoppt werden.

Die Anwendungen 'Bordell 10.3', 'Umtrunk 2.5' und 'Fußballsonntag 5.0' funktionieren nicht mehr, und das System stürzt bei jedem Start ab.

 

Leider kann ich 'Gattin 1.0' auch nicht minimieren, während ich meine bevorzugten Anwendungen benutzen möchte. Ich überlege ernsthaft, zum Programm 'Freundin 7.0' zurückzugehen, aber bei dem Ausführen der Uninstall Funktion von ’Gattin 1.0' erhalte ich stets die Aufforderung, zuerst das Programm 'Scheidung 1.0' auszuführen.

Dieses Programm ist mir aber viel zu teuer. Können Sie mir helfen?

 

Danke, ein (L)User

 

Auf dem Arbeitsamt in Dachau

Da mein Arbeitsverhältnis an der TU München aufgrund eines befristeten Arbeitsvertrages am 29.02.04 endete, nahm ich meine Rechte als deutscher Staatsbürger wahr und meldete mich arbeitslos. Um an das Arbeitslosengeld zu kommen, muss man sich allerdings einmal Zwangsberaten lassen.

 

Man bekommt also irgendwann mal eine schriftliche Einladung, bzw. Vorladung und muss dann zu diesem Termin erscheinen. Am Freitag, dem 05.03.05 fand also mein großer Auftritt in der Bundesagentur für Arbeit in Dachau statt. Ich erscheine pünktlich um 10:00, klopfe an die Tür meiner persönlichen Beraterin aber es ist noch niemand da. Ist auch nicht weiter schlimm, dann warte ich halt noch ein wenig. Kurz darauf kommt die Bundesagentin für Arbeit den Gang herunter, schließt die Türe auf, an der ich geklopft habe und geht hinein. Ich denke mir "coole Sache" und gehe hinterher. Ohne sich umzudrehen sagt sie:

 

Bundesagentin für Arbeit

Ich, Kunde der Bundesanstalt, also Arbeitslos

Herr Streifiger"

"Ja"

"Sie haben einen Termin?"

"Ja"

"Sie werden aufgerufen!"

Na gut, geh ich halt wieder raus und mach die Tür hinter mir zu. Gleich drauf geht die Tür wieder auf:

"Herr Streifinger!

"GRMPF. Ich kämpfe ein wenig gegen meinen dicken Hals, beschließe aber, höflich zu bleiben und trete ein.

Ich: Guten Morgen. Bundesagentin für Arbeit: -

 

Sie schaut mich nicht mal an. Starrt nur einige Minuten auf ihren Monitor und blättert irgendwo rum. Bundesagentin für Arbeit:

Sie sind Diplom - Informatiker?

Sie versucht auch gar nicht, irgendwie höflich zu wirken. Sie spricht es nicht aus, aber es ist ganz klar: "Ich entscheide selber, zu wem ich höflich bin. Und Du lästiger arbeitsloser Winsler gehörst heute nicht dazu.

 

Ich: Ja.

"Bundesagentin für Arbeit: Sie wollen eine Stelle als Projektingenieur? Pause. --- Das geht ja gar nicht!

 

Ich: Warum soll das nicht gehen?

Bundesagentin für Arbeit: Sie haben ja gar keine Ausbildung.

Häää ???

Ich: Nun gut, ich habe promoviert. Ich glaub schon, dass das eine Ausbildung ist.

An dieser Stelle muss man anmerken, dass ich bereits bei meinem ersten Termin schon diverse Formulare ausgefüllt habe und meinen Lebenslauf, natürlich mitsamt der Ausbildung ausführlich geschildert habe. Ebenso wie diverse sonstigen Kenntnisse, die mich für eine etwaige Anstellung qualifizieren könnten.

Bundesagentin für Arbeit: Sie sind Informatiker! Wie kommen Sie auf die Idee, eine Stelle als Projektingenieur zu bekommen?

Ich: Na ja, ich habe eben promoviert und denke, dass so eine Stelle ganz gut zu meiner Ausbildung passen würde.

 

 

Bundesagentin für Arbeit: Ja was promoviert? Sind sie Techniker?

Das ist zuviel. Ich muss laut lachen. Ja, klar. Ich hab mein Diplom gemacht und dann als Weiterbildung noch in drei Jahren den Techniker drangehängt. Eigentlich wollte ich noch meine Gesellenprüfung machen, bevor ich mir einen Job als Projektingenieur suche.

Ich: Nein, ich bin kein Techniker. Ich habe promoviert. Ich habe eine Doktorarbeit geschrieben und bereits im Dezember eingereicht.

 

Bundesagentin für Arbeit: Ja wie Doktor? Das hätten Sie schon angeben müssen.

Ich hab’s angegeben...

Ich: ----- Sie liest wieder auf Ihrem Monitor...

Bundesagentin für Arbeit: Seit Dezember 2000 Promotion an der TU München. Ja und? Als was? Glauben Sie, das kann ich riechen?

Riechen wirst Du's nicht können, aber lesen vielleicht. Ich hab’s jedenfalls auch angegeben... Langsam geht’s mir auf die Nerven... Ich versuche trotzdem ruhig zu bleiben. Wenn ich jetzt mit dem Fachgebiet Höchstfrequenztechnik ankomme, dreht die Agentin hohl...

Ich: In Hochfrequenztechnik

Bundesagentin für Arbeit: Ja und? Was ist das?

Ich: Hochfrequenztechnik ist ein Teil der Elektrotechnik und die wiederum ist ein Ingenieursfach.

Bundesagentin für Arbeit: Was haben Sie denn nun studiert?

Macht die das mit Absicht?

Ich: Ich habe Informatik studiert und in Hochfrequenztechnik promoviert

Meine persönliche Agentin verzieht das --- nennen wir es Gesicht, schüttelt den Kopf, schnauft laut und tippt irgendwas in den Rechner.

Bundesagentin für Arbeit: Was haben Sie für Berufserfahrung?

Aha. Promotion in einem Ingenieursfach und eine Bewerbung als Projektingenieur geht also scheinbar zusammen. Oder sie hat aufgegeben. Wenn ich Ihr jetzt erzähle, dass ich frisch von der Uni komme und daher KEINE Berufserfahrung habe, platzt sie. Also bin ich gaaaanz vorsichtig.

Ich: Was habe ich denn zur Auswahl? Oder soll ich einfach mal aufzählen, was ich alles gelernt habe?

Bundesagentin für Arbeit: Ja, erzählen Sie mal

Mist. Das wird nicht leicht. Aber vorsichtig sein kommt gut an. Die Agentin wird etwas ruhiger.

Ich: Puuh. Das ist ein weites Feld.

Bundesagentin für Arbeit: Haben Sie PC-Kenntnisse?

Neiiiin, ich muss sterben. Ich fall fast vom Stuhl vor lachen.

Ich: Entschuldigung. Ich habe fünf Jahre Informatik studiert. Ich denke schon, dass ich PC-Kenntnisse hab.

Lachen war nicht gut. Die Agentin verspannt sich wieder.

Bundesagentin für Arbeit: Ja was können Sie denn?

Na gut, ich versuche wieder ernst und freundlich zu bleiben.

Ich: Ich habe sehr gute Kenntnisse in verschiedenen Office-Paketen, Datenbanken, Programmierung, ...

 

Die Agentin fällt mir ins Wort. Ich glaub, sie hat irgendwas gehört, das sie auch kennt.

Bundesagentin für Arbeit: Datenbanken? Welche Datenbanken kennen Sie denn?

Ich: Alle.

 

Jetzt ist sie richtig sauer. Sie schreit mich fast an.

Bundesagentin für Arbeit: Alle? Wissen Sie eigentlich, wie viele Datenbanken es gibt?

 

 

Ich: Ich habe fünf Jahre lang Informatik studiert.

Soll ich etwa hinschreiben, ALLE?

Gibt’s da echt so viele?

Ich weiß ziemlich gut, wie viele Datenbanken es gibt. Wissen Sie, wie das Studium angelegt ist? Da lernt man die Grundlagen. Ich KANN mit ALLEN Datenbanken arbeiten.

Jetzt ist sie beleidigt, oder so was.

Bundesagentin für Arbeit: Na gut, schreib ich rein ALLE.

Nach einer kurzen Pause wird sie wieder unglaublich laut. Ich glaub, sie denkt, sie hat mich jetzt erwischt.

Bundesagentin für Arbeit: Und Programmiersprachen? Soll ich da auch reinschreiben alle?

Also eigentlich ist es mir scheißegal, was Du da reinschreibst. Einen Job bekomme ich von Euch eh keinen. Mit meinen PC-Kenntnissen reicht's höchstens zur Sekretärin.

Ich: Nein, nicht alle. C, C++, Cobol. Diverse Skriptsprachen, aber wieder zu viele, um sie aufzuzählen. Außerdem habe ich sehr gute Unix Kenntnisse.

Bundesagentin für Arbeit: Was JUNIK? Was ist denn JUNIK?

Doch, sicher. Das ist Absicht. Ich muss aber trotzdem ziemlich lachen. Das macht sie natürlich wieder sauer. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich ihr Lieblings-Arbeitsloser bin.

Ich: Ich buchstabiere:

U-N-I-X. Das ist ein Betriebssystem.

Bundesagentin für Arbeit: Wenn Sie bei uns geführt werden wollen, dann müssen Sie mir schon diese Fragen beantworten.

Wo willst Du mich denn hinführen?

Ich: Ja schon klar. Ich denke aber, ich kümmere mich besser selber um einen Job. Sie brauchen mich nicht zu vermitteln.

Dann wollte ich noch wissen, wann ich wohl mit meinem Arbeitslosengeld rechnen kann. Dazu konnte die mir aber keine Auskunft geben. Wahrscheinlich hatte sie auch gar keine Lust mehr.

 

An den Leser:

Das ganze ist tatsächlich so gewesen, wie es da steht. Es wurden keine Konversation dazugedichtet oder weggelassen.

Falls Du ein Politiker, ein Herr Gerster oder Herr Schröder heißt, dann ruf mich mal an. Ich weiß jetzt, wo das viele Geld hin ist.

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Anfragen an folgende Kontaktadresse:

 

Bruni und Benno Schilde

I - 97010 Marina di Modica

Ing.-Gemeinschaft B W R & Partner

D - 84141 Landshut / Geisenhausen

Tel. / FAX:         +49 - (0) 8743 - 1070

e-mail:  Rumpf2000@gmx.net

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